Lohnt sich der Abschluss einer Pflegezusatzversicherung?
Die klassische Pflegeversicherung gehört hierzulande seit 16 Jahren zu den Pflichtversicherungen, in die jeder Bürger automatisch einzahlt, vorzugsweise direkt per Abzug von seinem Gehalt. Angesichts der immer älter werdenden Bevölkerung greift die Pflegeversicherung tatsächlich auch immer häufiger. Tritt der Bedarfsfall ein, erhält der Durchschnittsversicherte rund 1.400 Euro pro Monat, die aber für einen Pflegeplatz im Seniorenheim beispielsweise längst nicht ausreichen.
Sicher macht man sich vor allem in jungen Jahren kaum bis keine Gedanken darüber, ob und wann man im Alter einmal zum Pflegefall werden könnte. Allerdings ist es angesichts neuester Studien, die aufgrund der immer höher werdenden Lebenserwartung von einem Gesamtanteil an Pflegebedürftigen von rund 5% ausgehen, absolut notwendig, sich mit dem Thema der Zusatzversicherungen auseinander zu setzen. Pflegezusatzversicherungen können helfen, im Alter bei Bedarf die optimale Krankenpflege zu beziehen und nicht nur die, die man sich leisten kann. Abgeschlossen in jüngeren Jahren, erweitern Pflegezusatzversicherungen die monatliche Auszahlung im Alter um ein Vielfaches. Bedenkt man, dass ein guter Pflegeheimplatz oder auch die häusliche Betreuung durch ambulante Dienste ohne Weiteres knapp 3.000 Euro kosten kann, ist die Pflegezusatzversicherung eine der lohnendsten überhaupt.
Bei allen offensichtlichen Vorteilen der Pflegezusatzversicherung, sollte im Vorfeld jedoch ein eingehender Vergleich stattfinden, denn nicht wenige Anbieter wittern aufgrund der Versorgungslücken im Alter hier eine Geldquelle, die aber kaum bereit ist, viel zu leisten. Verglichen werden sollte daher unbedingt hinsichtlich der Aufnahmekriterien. Einige Versicherer setzen Gesunheitsprüfungen im regelmäßigen Turnus an, ist ein Versicherter schon vor Versicherungsbeginn krank, oder aber wird es während der Laufzeit, und lässt diese Erkrankung auf eine verfrühte Pflegebedürftigkeit schliessen, werden vom Mitglied ganz schnell rückwirkende Risikozuschläge verlangt.
Pflegezusatzversicherungen können helfen, wenn man sich im Vorfeld entsprechend informiert und einen Anbieter mit Erfahrung wählt. Wichtig ist die Einzahlung in alle drei Pflegestufen, um nicht erst ab Pflegestufe III abgesichert zu sein. Auch die häusliche Pflege sollte durch die Pflegezusatzversicherung abgedeckt sein, denn nicht jeder pflegebedürftige Mensch belegt einen stationären Platz. Eingehende Vergleiche lohnen sich also.
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